Kommunikationshilfen

Zuerst einmal eine Vielzahl von Kommunikationshilfen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.

Seit 2000 beschäftige ich mich intensiv mit der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) und trainiere seit 2005 Menschen in diesem Ansatz.

Die GFK ist schon ein halber Wunderwuzzi, wenn man auch die Grenzen kennt und sich auf die lange Lernreise macht, weil die GFK kein Quick-Fix ist, sondern eine Form von integrierter Persönlichkeitsentwicklung.

Es gibt in der GFK vier verschiedene Kommunikationsebenen:

Wahrnehmung Zahlen, Daten, Fakten – die „objektive“ Wirklich­keit
Gefühle Die wirklichen emotionalen Zustände
Bedürfnisse Oder Werte, die uns motivieren zu handeln
Lösungen Wie wir unsere Bedürfnisse erfüllen können, konkrete, objektiv nachvollziehbare Handlungen (ähn­lich wie der Schritt „Wahrnehmung“)

Diese vier Ebenen geben eine klare Orientierung für meine Ich-Botschaften und das Verstehen des Du`s.

Wenn ich zum Beispiel einen Konflikt ansprechen möchte, dann kann es hilfreich sein zu sagen:

„Es gab die Entscheidung in der Teambesprechung, dass du mir bis zum 30.5. die Projektliste lieferst. Heute ist der 3.6. und bisher habe ich keine Pro­jekt­liste von dir bekommen (Wahrnehmung). Ich bin etwas irritiert (Ge­fühl),weil mir Klarheit (Bedür­fnis) wichtig ist. Hast du sie mir geschickt oder ist sie noch nicht fertig (Lösung für die Klarheit)?

Und mir ist Verlässlichkeit (Bedürfnis) sehr wichtig. Wenn sie noch nicht fertig ist, kannst du das nächste Mal vor Ablauf der vereinbarten Frist mir Bescheid geben oder deine Prioritäten so sortieren, dass du deine Zusage einhalten kannst? (Lösung)“

Natürlich weiß ich nicht, wie mein Gegenüber reagiert, aber ich kann ver­suchen, ihn so gut und wertschätzend wie möglich zu verstehen, indem ich ihm immer eine gute Absicht unterstelle und mir für einen Moment lang seine Schuhe anziehe und die Welt durch seine Augen betrachte.

Dabei heißt „verstehen“ nicht „einverstanden sein“, sondern die Bereit­schaft auf den anderen zuzugehen mit dem Ziel einander besser zu verstehen und dann Lösungen zu finden, die für beide passen.

Die GFK ist ein persönliches und betriebliches Langzeitprojekt. Es braucht eine ziemlich umfassende Schulung und regelmäßiges Üben im Alltag.

Eine Kundin hat gesagt, sie mache beim Daily-Stand-Up als Einstiegs­runde einfach eine Gefühlsabfrage, also „Wie fühle ich mich heute?“ Und „gut“ oder „schlecht“ sind nicht erlaubt als Antworten, sondern reale Ge­fühlswörter wie „traurig, irritiert, müde, genervt…“ Sie meinte, dass diese kleine Änderung die Beziehungsebene deutlich gestärkt hätte.

Die GFK kommt aus der Humanistischen Psychologie und wurde stark von Carl Rogers beeinflusst, dessen Schüler Rosen­berg für eine kurze Zeit war.

Es geht dabei immer um Menschlichkeit, selektive Authentizität, Akzeptanz und empathisches Zuhören. Der Mensch ist im Mittelpunkt in seiner Vielfalt und Ganzheitlichkeit.

Mir taugt es sehr, dass die GFK ein konkretes System zur Verfügung stellt, dass trainier- und erlernbar ist und so helfen kann, diese Werte konkret auch in der Arbeitswelt umzusetzen.

Wir sind alle Menschen und dieses 1:1 im Arbeitsalltag kann schwer durch Systeme oder Organisationsmodelle ganz abgedeckt werden. Daher braucht es ergänzende Schulungen oder Konzepte, die das persönliche Miteinander fördern.

Weitere Ressourcen:

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